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Zwar stand der Tabellenplatz bereits vor dem letzten Rundenspiel der Liga fest, doch eine echte Ketscher Bärin genießt jede Spielminute. Dies sah man den Mädels schon vor Anpfiff an, denn sie strahlten mit der Mittagssonne um die Wette. Der Schiedsrichter bestärkte die gute Laune vorab noch durch ein paar humorvolle Worte, und fast pünktlich führte wie gewohnt Lilly den Anwurf aus. Ihre Nebenfrauen jedoch stellten sich einer ungewohnten Herausforderung: Die jüngere Riege eröffnete mit ihr die muntere Torjagd.

Soweit die Theorie. Zunächst wirkte das Ganze aber deutlich verhalten und angespannt; manche fragte sich wohl, ob sie dem Vertrauen des Trainers gerecht werden könne. Die Gastgeberinnen spürten dies und witterten ihre Chance, den Bärinnen Paroli bieten zu können. Als aber die Mädels ihre Scheu vor der Aufgabe zunehmend ablegten, gelangen sehenswerte Zuspiele und der Zusammenhalt in der Abwehr war unübersehbar. Nach zehn Minuten folgte beim Stand von 3:5 ein eishockeyähnlicher Wechsel der kompletten Mannschaft: Nun durften wieder die älteren Damen ran. Auch für diese war die Situation ungewohnt. Hinzu kam, dass Brühl mit Kämpfernatur alles dransetzte, den Rückstand nicht allzu groß werden zu lassen. So wirbelten unsere „Großen“ zwar in Abwehr und Angriff, konnten aber die Chancen nicht immer bis zum Torerfolg führen. Irgendwie war der Knoten bei den Bärinnen insgesamt noch nicht geplatzt, sodass zwar nun kein Gegentor mehr kassiert wurde, aber bis zum Halbzeitpfiff nur auf 3:10 erhöht werden konnte.

Doch, als ob man sich in der ersten Halbzeit erst einmal warmgespielt hätte, startete die gewohnte erste Reihe nach dem Wiederanpfiff einen furiosen Lauf. Wesentlich schneller luchste man den Gastgeberinnen den Ball ab und netzte leichtfüßig mehrere Konter ein. Dabei nutzten auch die nach und nach eingewechselten jüngeren Mannschaftskameradinnen die Chance, um sich von ihrer besten Seite zu zeigen und glänzten ebenfalls mit geschickten Schachzügen im Angriff und Ballgewinnen in der Abwehr; auch die Torfrau stand in nichts nach. Allmählich hatten die Gastgeberinnen im wahrsten Sinne des Wortes das Nachsehen. Innerhalb von knapp 10 Minuten erhöhte sich der Ketscher Vorsprung auf 6:21, und das trotz standhafter Gegenwehr der Brühler Mädchen. Alle auf dem Spielfeld waren mit höchster Energie bei der Sache, was aber vom Schiedsrichter durch Verwarnungen und einer 2-Minuten-Strafe in den nötigen Grenzen gehalten wurde. Wesentlich befreiter als in der ersten Spielhälfte zeigten nun alle Bärinnen den Spaß am Handball und setzten mit gleich zwei Kempa-Tricks noch ein Sahnehäubchen obendrauf. Zwar fiel diesmal der Sieg mit 9:24 nicht so hoch wie sonst aus, doch dafür zeigte sich umso deutlicher der innere Zusammenhalt und der Mannschaftsgeist dieser tollen Mädels.

Folgende Spielerinnen waren in Brühl aktiv:
Anne Simeth, Viona Jeckel, Emma Kößler, Paula Merten, Lilly Schweinoch, Vanessa Buhmann, Nina Klefenz, Nataša Halilović, Lena-Sophie Riester, Anna-Lena Wanzek, Janina Karipidis, Selina Koch, Emily Zimmermann, Emma Sigl

 

Vorschau:
Im Anschluss an die üblichen Rundenspiele haben die Handballkreise Mannheim und Heidelberg für diese Saison eine Art „Final Four“ angesetzt: An den nächsten beiden Wochenenden wird in dieser Altersklasse über Platzierungsspiele die beste Mannschaft in Nordbaden ermittelt. Neben der TSG Ketsch und dem Tabellenersten aus Mannheim, der HSG Weinheim/Oberflockenbach, nehmen aus dem Kreis Heidelberg die SG Nußloch und der TV Bammental teil. Dieser wurde ohne Niederlage Tabellenerster der Heidelberger Kreisliga 1 und wird am kommenden Wochenende auch der erste Gegner unserer Mädels sein.

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von Daniela Merten
Fotos: Sabrina Jeckel

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