Noch heute erinnert man sich in Ketsch an das Gastspiel in München, in der Saison 2015/2016, als man mit zwei Reisebussen anreiste und mit einem 36:33 beide Punkte entführen konnte. Schon damals waren die „Münchner Vorstädter“ gute Gastgeber und versprachen ein Wiedersehen. Ein Jahr später rückten sie jetzt in die II. Bundesliga nach.

Im 16. Jahrhundert wurde das „Gröbenhüterhaus“ von Herzog Albrecht V. als Zollwärterstützpunkt gegründet. Daraus wurde dann der Ort Gröbenzell. Bis weit in die Nachkriegsjahre hinein war hier eine der Haupt-Abbauflächen von Torf und Moos. „Ein Klarer und ein Päckchen Torf“, das klassische Frühstück der Ostfriesen“, war damit auch in Gröbenzell erhältlich. Erst 1952 entstand die politische Gemeinde Gröbenzell als „Schlafstadt“ der Stadt München.

Im Westen von München, im Landkreis Fürstenfeldbruck gelegen, wurde vor 45 Jahren der Handballclub Dambach Gröbenzell gegründet. Der Vereinsgründer – Walter Schiel – hatte zwei sportbegeisterte Töchter, denen er diese Sportart vermitteln wollte. Er fand einen handballbegeisterten Sponsor, Prof. Dambach, und mit dessen Hilfe entstand der Mädchen-Handballclub. Nach Rückzug des Sponsors wurde der Verein kurzum in Handballclub Damen Gröbenzell umbenannt und begann seinen Siegeszug in Bayern.

Der kleine Verein machte sich schnell durch gute Leistungen einen Namen und gilt heute als Vorzeigeverein des Frauenhandballs in Bayern. Nach mehreren Jahren in der Spitzengruppe der 3. Liga wagen die Verantwortlichen des Vereins in diesem Jahr den Schritt in die II. Bundesliga. Noch halten sich die Münchner Vorstädter über mögliche Neuzugänge sehr bedeckt, aber die spielstarke Mannschaft möchte auch in der II. Bundesliga für Furore sorgen. Neben den Damen gelang es auch der weiblichen A-Jugend, sich für die Bundesliga zu qualifizieren.

 

HCD Gröbenzell


von Wolfgang Schwan
Grafik: Jürgen-Martin Kügler

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