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Die mit Abstand jüngste Mannschaft der gesamten Jugendbundesliga hat am Wochenende die ersten beiden Punkte eingefahren.

Das war nach dem Spiel gegen die FSG Mainz/Budenheim nicht ganz so zu erwarten. Am frühen Samstagnachmittag begann die neue Saison in der JBLH in der Neurotthalle bei tropischen Temperaturen und vor einer leider sehr spärlichen Kulisse. Unsere BÄREN begannen die Partie äußerst nervös. Trainer ADRIAN FULADDJUSCH hatte Mühe, der Mannschaft die Nervosität zu nehmen. Erst nach vier Minuten fiel der erste Treffer für die Gastgeberinnen, die im Verlauf der ersten Halbzeit mit den körperlich überlegenen Gästen nicht zurechtkam. Die sonst so schnellen und sicheren Kombinationen liefen nur in Zeitlupe ab und die meist zwei Jahre jüngeren BÄREN agierten etwas verängstigt. Mit einem 8:15 Rückstand ging es in die Halbzeitpause.

Doch wer geglaubt hatte, dass sich die Mannschaft in der Pause wieder sammeln könnte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Fehlpässe und die schlechten, ängstlichen Zuspiele konnte man kaum noch zählen. Die FSG Mainz/Budenheim zog mehr und mehr davon und gegen Mitte der zweiten Halbzeit fiel die Mannschaft um LEA MARMODEE ein wenig auseinander. Gerade in diesem ersten Spiel wurde unserer Mannschaft gezeigt, was es heißt, in der Bundesliga zu spielen.

Niemand konnte mit einem Erfolg gegen die gestandenen A-Jugendspielerinnen der FSG Mainz/Budenheim rechnen, aber das Ergebnis ist leider kaum zufriedenstellend. Wir müssen jetzt schauen, dass unsere Spielerinnen am Sonntag ihr Vertrauen in das eigene Können wiederfinden“, so ein etwas enttäuschter Trainer nach dem Spiel.


Dass die „Rasselbande“ der JBLH nicht alles vergessen hatte, zeigte die Mannschaft dann am Sonntagnachmittag gegen den Bundesliga Nachwuchs des Frisch Auf Göppingen. Auch diese Mannschaft wurde vor dem Spiel als klarer Favorit gehandelt, doch was sich dann in der Neurotthalle abgespielt, hätte wahrlich mehr als nur knapp 100 Zuschauer verdient gehabt. Voller Tatendrang und selbstbewusst kamen die BÄREN aus der Kabine und zeigten von Beginn an, dass sie nicht gewillt waren, mit zwei Niederlagen in die Saison zu gehen. Mit einer sehr offensiven Abwehrformation wurden die Gäste von der Schwäbischen Alb total überrascht. Die flinken und wendigen Rückraumspielerinnen aus Göppingen konnten dadurch nie richtig zur Geltung kommen und mit einer starken Torhüterin ELA SZOTT entwickelte sich das Spiel völlig anders als die Partie am Samstag. Einzig und allein die sehr mangelhafte Chancenverwertung gab beim Pausenstand von 11:13 Anlass zur Kritik.

Voller Elan kehrten die Spielerinnen aus der Kabine zurück und ein Angriff nach dem anderen rollte auf das Gehäuse des Frisch Auf Göppingen zu. Doch reihenweise fanden die Würfe nicht ihr Ziel oder wurden die Angriffe kurz vor dem Abschluss „vertändelt“. Und so lag man trotz einer klaren optischen Überlegenheit mit 15:19 im Rückstand.

Was sich dann aber in den letzten 15 Minuten in der Neurotthalle abspielte, war nicht zu erwarten. LEA MARMODEE, mit 11 Treffern an diesem Nachmittag überragend, blies zum Angriff und alle zogen mit. Die Abwehr wirkte plötzlich wieder hellwach und ELA SZOTT im Tor vernagelte praktisch ihr Gehäuse. Binnen weniger Minuten glichen die Bären aus, und auch die Fans machten nun richtig Stimmung. Noch immer war bei der Chancenverwertung viel „Luft“ nach oben, doch die BÄREN waren nicht mehr zu bremsen. In der 52. Minute warf Lea Marmodee den 22:22 Ausgleich und die Halle stand Kopf. Göppingen verlor mehr und mehr den eigenen Spielfaden. Die letzten Minuten war wieder eine Demonstration von „POWER & SPEED“. Die JBLH BÄREN ließen nicht mehr locker, und am Ende waren mit dem 28:23 Erfolg die ersten Punkte eingefahren.

Noch lange nach Spielende konnte die „Rasselbande“ kaum glauben, zu welchen Leistungen sie eigentlich fähig sind.

Für die TSG Ketsch waren am Ball:
Tina Holzer, Vanessa Fleischmann, Katja Hinzmann, Angelina Schreyer, Ela Szott, Maria Blaschke, Lea Marmodee, Sara Goudarzi, Nadja Reißner, Sille Jacobsen, Aylin Hofmann, Emilia Steinbach und Lea Vay.

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von Wolfgang Schwan
Foto: Ilse Heigert-Becker

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